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Rück- und Ausblick

des Gemeindepräsidenten

Erneuerbare Energien weiter im Vormarsch
Im Oktober 2019 nahm die drittgrösste Thurgauer Holzschnitzelheizung der Biotta AG und Rathgeb Bio Ihren Betrieb auf. Die Nachhaltigkeit steht bei diesen Firmen in Sache Bio im Vordergrund. Dieses Leuchtturmprojekt konnte nach mehrjähriger Planung und anderthalbjähriger Bauzeit die Energielieferung aufnehmen.
Im Frühsommer 2020 ist die Inbetriebnahme der Biogasanlage der Firma Bioenergie Tägerwilen AG geplant. Das Biogas wird ins Netz der Technischen Betrieb Kreuzlingen gespiesen. Diese Pilotanlage wird natürlich einige Zeit beanspruchen, bis der Betrieb einen optimalen Stand erreicht. Die Mitarbeiter der Kompostieranlage und verantworlichen Fachpersonen für den Betrieb werden gefordert sein.
Auch in diesem Jahr sind in Tägerwilen zahlreiche PV-Anlagen in Betrieb genommen worden. Die inzwischen rund 130 Anlagen produzieren ca. 3‘800‘000 kWh Strom pro Jahr. Der Gemeinderat wird im Februar 2020 eine 2-tägige Klausurtagung abhalten, bei der das Thema Energie und die Energiestrategie der Gemeinde für die kommenden Jahre einen wichtigen Platz einnehmen wird.

Wachstum hält an
Im vergangenen Jahr hat die Bevölkerung um rund 110 Personen auf 4‘750 Einwohner zugenommen. Bleibt in Tägerwilen der Leerwohnungsbestand im Vergleich zu anderen Gemeinden und Städten weiterhin so klein, wird mit den geplanten oder sich im Bau befindenden Mehrfamilienhäusern im Jahre 2022 die 5000-er Grenze überschrittten. Mit diesem Wachstum ist der Gemeinderat weiterhin gefordert, damit auch in Zukunft die Neuzuzüger/innen integriert werden können und auch die Vereine von dieser Bevölkerungszunahme profitieren. Am 19. September 2020 wird der nächste Neuzuzügeranlass mit der bewährten Tischmesse durchgeführt.
Sehr wertvoll ist natürlich, dass auch im Gewerbe- und Industriebereich ein Wachstum anhält. Die Mowag konnte in den neuen Räumlichkeiten den Vollbetrieb aufnehmen und beschäftigt in Tägerwilen rund 250 Mitarbeiter/innen. Auch die Schwihag AG hat ihre neuen Räumlichkeiten an der Industriestrasse bezogen, konnte dadurch die Betriebsabläufe wesentlich optimieren und hat genügend Platz für ein weiteres Wachstum. Inzwischen hat es in Tägerwilen rund 440 Betriebe mit ca. 3‘200 Vollzeitstellen.
Tägerwilen hat schon seit rund 20 Jahren eine positive Pendlerbilanz, also täglich mehr Zu- als Wegpendler. Aus Konstanz und dem süddeutschen Raum haben in Tägerwilen aktuell rund 800 Personen einen Arbeitsplatz. Das Verhältnis Arbeitsplätze/Einwohnerzahl ist sehr gut und nicht nur für Tägerwilen, sondern die ganze Region sehr wichtig.

Radweg bewährt sich
Während rund 20 Jahren war ein zeitgemässer Radweg durchs Tägermoos Richtung Konstanz immer wieder ein Thema. Im Rahmen des Agglomerationsprogramms konnte nun dieses Projekt als Gemeinschaftswerk von Bund, Kanton, Tägerwilen und Konstanz umgesetzt und im Frühling 2019 in Betrieb genommen werden. Im Gegenzug soll nun der Weg entlang des Seerheins zwischen der Tägerwiler Badeanlage und dem Ziegelhof den Fussgängern vorbehalten bleiben und mit einem Radverbot belegt werden. Die Umsetzung wird in den nächsten Monaten erfolgen.

Sportanlage Tägermoos ist saniert
An der Gemeindeversammlung vom 28. Mai 2019 hat der Souverän dem Kreditbegehren von
CHF 1‘700‘000 für die Sanierung der Sportanlage Tägermoos mit einem Winternaturrasen in einer geheimen Abstimmung mit 149 Ja- gegen 24 Nein-Stimmen gutgeheissen. Die Arbeiten sind in der Zwischenzeit abgeschlossen. Im kommenden Frühling kann der Fussballbetrieb auf den mit Rollrasen belegten Flächen wieder aufgenommen werden. Für die nächsten zwei Jahre werden die verantwortlichen Personen in Sache Pflege und Trainingsmanagement von der Firma Novoter AG eng begleitet. Der Gemeinderat befasst sich seit einigen Wochen mit einem neuen Sportplatzreglement. Im Februar/März erfolgt eine Vernehmlassungsphase. Das neue Reglement soll der Gemeindeversammlung vom 26. Mai 2020 zur Genehmigung unterbreitet werden.

Hauptstrasse erhält eine Mittelzone
An der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2019 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Kreditbegehren für die Sanierung und Aufwertung der Hauptstrasse mit nur wenigen Gegenstimmen gutgeheissen. Charakteristisches, prägendes Gestaltungselement bildet dabei die geplante zwei Meter breite Mittelzone im Abschnitt zwischen Rick- und Meierhofstrasse. Dieser Mittelstreifen wird durch zwei in die Fahrbahn eingelassene Granitstreifen niveaugleich eingefasst und gliedert so optisch geschickt die Fahrbahn in zwei einzelne Fahrspuren von 3.50 m Breite - ähnlich dem heutigen Inselbereich beim Restaurant/Hotel Linde. Die Mittelzone kann, mit Ausnahme in den Bereichen der Fussgängerstreifen, überall überfahren und zum Abbiegen oder Überholen von Radfahrern genutzt werden. Durch die Gliederung und optische Akzentuierung der Fahrspuren im Zentrumsbereich wird das Geschwindigkeitsverhalten aller Verkehrsteilnehmer positiv beeinflusst. Man erwartet eine natürliche Temporeduktion, die der Verkehrssicherheit dienen wird. Hinzu kommt die Aufenthaltsqualität für die Fussgänger und Attraktivitätsaufwertung des Ortsbildes im Zentrumsabschnitt. Die Arbeiten für die Werkleitungssanierung starten im Herbst 2020, die Sanierungsarbeiten im Frühling 2021.

Kinder- und Jugendzentrum mit Tiefgarage
Der Wettbewerb ist abgeschlossen. Das Siegerprojekt des Architekturbüros Gähler Flühler AG aus St. Gallen wird nun in enger Zusammenarbeit mit der Baukommission weiter bearbeitet. Die ersten Sitzungen für die Aufbereitungsphase zur Rahmenkreditermittlung sind erfolgt. Im Mai/Juni 2020 werden die Botschaften für den Hochbau und die Tiefgarage erarbeitet. Am Dienstag, 25. August 2020 findet in der Bürgerhalle eine Informationsversammlung statt. Die Urnenabstimmungen sind auf den 27. September 2020 terminiert. Bei positivem Ausgang kann im Sommer 2023 mit dem Bezug gerechnet werden.

Mehrzweckhalle Tägerwilen
Der Gemeinderat hat noch im alten Jahr eine 13-köpfige Arbeitsgruppe eingesetzt, die nun die Phase des Raumprogrammes und der Machbarkeitsstudie begleiten wird. Ueli Wepfer, Büro Plankultur aus Frauenfeld, wird diesen Prozess begleiten. Noch in diesem Jahr soll beim Amt für Raumentwicklung mit einem entsprechenden Vorprojekt eine Teileinzonung der Parzelle Nr. 356 (östlich angrenzend an ARA-Strasse) beantragt werden. Wenn alles planmässig verläuft soll 2021 eine Baukommission eingesetzt und ein Wettbewerbsverfahren durchgeführt werden. Es ist denkbar, dass 2022 eine Urnenabstimmung für dieses Grossprojekt eingeplant wird.


Markus Thalmann
Gemeindepräsident Tägerwilen