Die Zeiten ändern sich – Flexibilität und Innovation ist gefragt
Packen wir die einmalige Chance für eine Zentrumsgestaltung
Wir möchten uns ganz herzlich für das grosse Interesse anlässlich der Informationsversammlung vom 17. Juni 2020 bedanken. Wir finden es begrüssenswert, dass sich verschiedene Gruppierungen Gedanken zum neuen Kinder- und Jugendzentrum machen.
Im Zusammenhang mit der Wettbewerbsvorbereitung hat man verschiedene Standorte evaluiert. Speziell geprüft wurde auch der Standort südlich des Trittenbachschulhauses. Wir stehen vollumfänglich hinter dem Entscheid der Volksschulgemeinde, dass diese Fläche bei der enorm grossen Kinderzahl auf diesem Areal zwingend als Pausen- und Aufenthaltsraum benötigt wird und nicht mit Schulräumen verbaut werden darf. Die angedachte Spielplatzerweiterung ist dort optimal platziert. Im Hinblick auf die steigenden Einwohnerzahlen muss diese wichtige Freizeitfläche für das Dorf erhalten bleiben. Alles andere wäre ein riesiger Planungsfehler.
Aus diesen Überlegungen heraus wurde der Wettbewerbsperimeter für die Fläche östlich des alten Sekundarschulhauses bis zur Bahnhofstrasse festgelegt. Das eröffnete den Wettbewerbsteilnehmern mehr Spielraum für innovative Lösungsvorschläge.
Mit diesem Entscheid war man sich bewusst, dass ein Zirkuszelt, letztmals 2015, und ein Vereinsjubiläumszelt, letztmals 2005, je nach Projekt, allenfalls nicht mehr im Dorfzentrum aufgebaut werden kann. Für solche Veranstaltungen gibt es sehr gute Alternativen.
Alternativen stehen bereit
Das Leben eines unansehnlichen Schotterrasens im Herzen unseres Dorfes aufrecht zu erhalten, damit er bei Anlässen als Parkplatz dienen kann, macht bei der einmaligen Chance einer zeitgemässen Zentrumsgestaltung absolut keinen Sinn. Die Autos gehören unter den Boden, was mehr Spielraum für eine anziehende Grünraumgestaltung zur Folge hat. Wie Sie der Botschaft, die in den nächsten Tagen in allen Tägerwiler Haushalten und dem VSG-Gebiet eintreffen wird, entnehmen können, finanziert sich die geplante Tiefgarage durch den Parkplatzfonds und die prognostizierten Mieteinnahmen von selber. Es müssen für dieses Bauwerk keine Steuergelder eingesetzt werden.
Ein grosses Festzelt kann auf dem Trainingsplatz Südost der Sportanlage Tägermoos platziert werden. Für ein grosses Vereinsjubiläumsfest im Sommerhalbjahr bietet sich seit einigen Jahren auch die Möglichkeit der Bootshalle der Brunnert-Grimm AG an, was ohnehin die ökonomischere Lösung wäre. Sollte wieder einmal ein Zirkus unser Dorf beehren, weiss man das mindestens ein Jahr im Voraus und kann dafür eine entsprechende Fläche der gemeindeeigenen Parzelle an der ARA-Strasse (schräg vis-à-vis der Sportanlage) mit Wiese bepflanzen. Dieser Standort ist für Grossanlässe ohnehin optimaler, da rund um die Sportanlage bereits viele Parkplätze vorhanden sind. Die kleineren Anlässe wie zum Beispiel der Weihnachtsmarkt, die Tägerwiler Fasnacht oder die 1. Augustfeier können auch mit dem Neubau weiterhin im Zentrum abgehalten werden, wenn das gewünscht ist.
Viele Argumente sprechen für den zentralen Standort im Herzen unserer Gemeinde
Das geplante Kinder- und Jugendzentrum, das ein reiner Holzbau werden wird, erfüllt die ortsbaulichen Kriterien perfekt, bietet alle Anforderungen für einen optimalen betrieblichen Ablauf und wurde deshalb zum Wettbewerbssieger erkoren. Die Übernahme der Fassadenflucht des Gemeindehauses hat zusätzlich den grossen Vorteil, von der Strassenseite abgewandt ein Spielparadies für die Kinder zu gestalten.
Im geplanten Gebäude werden zukünftig noch mehr Kinder und Jugendliche ein- und ausgehen, als dies bisher im Pavillon der Fall war. Es ist doch sehr wertvoll und gibt nichts schöneres, als wenn diese heranwachsende Generation das Herz unseres Dorfes belebt.
Der heutige Pavillon, der dazumal nur für wenige Jahre als Provisorium dienen sollte, steht seit 30 Jahren, ist energetisch von vorgestern und optisch zusammen mit dem bald 14-jährigen Schotterrasen für eine aufstrebende Gemeinde wie Tägerwilen absolut unwürdig.
Zwischen der Sekundarschule und dem geplanten Kinder- und Jugendzentrum entsteht nach dem Abbruch des Pavillons eine Grünflächenoase, die eine rund doppelt so grosse Fläche aufweist wie der geplante Neubau und nicht an eine befahrene Strasse sondern an den idyllischen Allmendbach grenzt. Bei der naturnahen Gestaltung stehen die Aufenthaltsqualität - für Familien mit Kindern - und die Biodiversität dieses grünen Herzen von Tägerwilen im Vordergrund.
Einmalige Chance das fehlende Zentrum zu gestalten
Tägerwilen erhält mit dem Neubau zusätzlich die einmalige Chance, zwischen dem Eingang ins Gemeindehaus und jenem ins neue Gebäude, also eine Fläche von rund 30m Länge und 20m Breite, ein Zentrum zu schaffen, in dem man sich gerne aufhält und anderen Menschen im Dorf ungezwungen begegnen kann. Das wird ein Treffpunkt für Jung und Alt und wird das bisher vermisste Zentrum unseres Dorfes weitsichtig prägen. Es ist angedacht, dass für diese zukünftige Zentrumsfläche verschiedene Varianten erarbeitet werden und die Bevölkerung beim Variantenentscheid miteinbezogen wird. Die beiden wunderbaren Linden und der Ernst-Kreidolf-Brunnen vor dem Gemeindehaus sollen in dieser Begegnungs- und Aufenthaltszone geschickt eingebaut werden. Die sterilen Rasenflächen werden verschwinden und Platz für neue zentrumsbildende Elemente schaffen.
Der richtige Standort für wichtige Aufgaben einer fortschrittlichen Gemeinde
Der optimalste und zentralste Platz unseres Dorfes soll mit diesem Projekt vielen Einwohnerinnen und Einwohnern einen direkten oder indirekten Vorteil bringen. Das geplante Kinder- und Jugendzentrum bietet zwei Räume für Kinder im Vorschulalter (Spielgruppenverein Tägerwilen) und zwei Kindergärten auf der Nordseite der Hauptstrasse, was die Schulwegsicherheit für nordseitig wohnende Kinder erhöht. Weiter entstehen zwei Räume für den Tägerwiler Kindertreff (familienergänzende Kinderbetreuung als grosser Standortvorteil), der tagsüber die Räumlichkeiten für die Jugendarbeit der evang. Kirchgemeinde Tägerwilen-Gottlieben mitnutzen kann. Dies ermöglicht kosteneinsparende Synergien. Das Pünktchen auf dem i bildet der multifunktionale Gemeinschaftsraum mit 140m2, einer grösseren Raumhöhe, einem geeigneten Boden für eine sportliche Nutzung und einer Spiegelwand, der unseren Vereinen von grossem Nutzen sein wird und die überbelegte Dreifachturnhalle etwas entlasten kann. Im Weiteren wird dieser Raum auch die ausgebuchte Aula entlasten und bietet die Möglichkeit für Vorträge, Spielnachmittage oder weitere Versammlungen und Proben von Vereinen in Tägerwilen.
Haushälterischer Umgang mit dem Boden
Das geplante Kinder– und Jugendzentrum nutzt mit einer zweigeschossigen Tiefgarage, einem zweigeschossigen Hochbau und einer PV-Anlage auf dem Dach jeden m2 Land 5-fach. Auf unserem Gemeindegebiet ist das nur bei wenigen Bauten der Fall. Drei öffentlich-rechtliche Körperschaften sind im gleichen Gebäude integriert und nutzen die gleichen Innen- und Aussenräume zwei- und mehrfach, was gegenüber einer unabhängigen Lösung mit drei Bauten sehr effizient, land- und kostensparend ist.
Lernen wir von unseren Vorfahren – Leuchtturmprojekt Nr. 2
Packen wir dieses Leuchtturmprojekt an, so wie es unsere Vorfahren mit dem altehrwürdigen Primarschulhaus vor 150 Jahren gemacht haben. Die Schulbehörde und der Gemeinderat sind überzeugt davon, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, diesen zentralen Platz für unsere Jugend, unsere Vereine und unsere Nachkommen mit einem Projekt, das ganz vielen Tägerwilerinnen und Tägerwilern einen grossen Nutzen bringen wird, zu überbauen.
Gemeinderat Tägerwilen

