Kastanienallee – Lösung in Sicht
Seit zehn Jahren beschäftigt das Schicksal der Rosskastanienallee zwischen Castell- und Staudenhofstrasse nicht nur die Tägerwiler Bevölkerung. Auf Basis eines Pflege- und Schutzkonzepts, dem inzwischen alle involvierten Parteien zustimmten, kann nun die festgefahrene Situation aufgelöst werden. Erste Arbeiten sind bereits für nächste Woche geplant.
Ein Blick zurück. Aufgrund des Vorkommens einer national geschützten Molluskenart (zahnlose Schliessmundschnecke) auf etlichen Bäumen geriet die ab 2014 angedachte Erneuerung der Allee mit der Fällung und dem Ersatz verschiedener Bäume ins Stocken. Nach dem Scheitern der Bemühungen legte die Gemeinde Ende 2019 ein Baugesuch zur vollständigen Fällung und Neubepflanzung der geschützten Allee auf. Das kantonalen Departement für Bau und Umwelt schützte in der Folge den Rekurs des WWF Thurgau auf dessen abgelehnte Einsprache. Schliesslich zog der Gemeinderat das besagte Baugesuch Mitte 2021 zurück. Anvisiert wurden fortan Fällung und Ersatz einzelner Bäume, Pflegemassnahmen sowie vor allem die aufwändige Umsiedlung der geschützten Mollusken. Letztere erwies sich in der Umsetzung als kaum realistisch und führte zu weiteren Verzögerungen. In der Zwischenzeit haben Sturm- und Schneelastschäden der Allee weiter zugesetzt.
Konzept als Kompromiss
Aufgrund des Stillstands hat die Gemeinde den Spezialisten des Forstdiensts der Bürgergemeinde Tägerwilen die Erstellung eines umfassenden Pflege- und Schutzkonzepts in Auftrag gegeben. Dieses zeigt eine langfristig angelegte Lösung auf zwischen Erhalt und schrittweiser Erneuerung und somit auch, wie sowohl die Schutzinteressen als auch die weitere Nutzung als Naherholungsgebiet gewährleistet werden können. Zusammenfassend sieht das Konzept vor:
- Vitale Altbäume durch Entlastungsschnitte und Pflege in ihrer ursprünglichen Funktion erhalten
- Rückschnitt von stark in Mitleidenschaft gezogenen bzw. von Faulung betroffenen Altbäumen bis auf den Torso und deren Erhalt als ökologische Nischen (ausser einer Esche keine vollständigen Fällungen)
- Ergänzung bestehender Lücken mit Neupflanzungen
- Regelmässige Weiterpflege des Bestands mit geeigneten Massnahmen
- Schutz der Allee im Hinblick auf das Baufeld im Westen
Nächste Woche geht’s los
Noch vor Beginn der Vegetationsperiode, bereits ab nächster Woche, sollen die umfangreichen Massnahmen zur Erstpflege mit Entlastungs- und Rückschnitten umgesetzt werden. Dazu gehören auch Ersatzpflanzungen bei den lichten Stellen, die übrigens mit Nachkommen der Altbäume erfolgen werden. Diese sind zwar zu Beginn kleiner, bieten aber für die kommende Entwicklung verschiedene Vorteile. Erholungssuchende können demnach bald mit einer Aufhebung des Durchgangsverbots rechnen.
Gemeinderat Tägerwilen