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Rück- und Ausblick

des Gemeindepräsidenten

Erneuerbare Energien werden umgesetzt
Im Oktober 2019 nahm die drittgrösste Thurgauer Holzschnitzelheizung der Biotta AG und der Rathgeb Bio den Betrieb auf. Ein knappes Jahr später, im September 2020, wurde die Biogasanlage der Firma Bioenergie Tägerwilen AG in Betrieb genommen. Diese Pilotanlage wird einen Vorzeigecharakter erhalten und soll möglichst viele Nachahmer finden. Eine 7-jährige intensive Planungs- und Realisierungsphase, die mit diversen Hürden gespickt war, fand nun einen erfolgreichen Abschluss. Das Biogas wird ins Netz der Technischen Betriebe Kreuzlingen eingespiesen. Die Mitarbeiter der Kompostieranlage werden laufend geschult, damit der Betrieb möglichst schnell optimiert werden kann. Man muss aber sicher mindestens ein Jahr rechnen, bis sich alle Parameter eingespielt haben. Alle involvierten Personen sind stark gefordert und setzen sich sehr dafür ein, dass dieser Mosaikstein zur Energiestrategie 2050 des Bundes ein Erfolg wird.

Spitzenplatz beim PV-Strom
Im vergangenen Jahr sind in Tägerwilen 24 PV-Anlagen in Betrieb genommen worden. Die inzwischen 158 Anlagen produzieren ca. 4‘000‘000 kWh Solarstrom pro Jahr, was 1000 4-Personen Haushalte entspricht. 2017 gab es in Tägerwilen erstmals einige Stunden, in denen mehr Solarstrom produziert als verbraucht wurde. Heute wird an 20-30 Tagen pro Jahr während mehreren Stunden nacheinander ein Überschuss an Strom produziert. Dieser Trend ist sehr erfreulich und bedeutet einen Spitzenplatz unter den rund 2‘200 Schweizer Gemeinden. Natürlich tragen auch die guten Abnahmekonditionen durch das EW Tägerwilen zu dieser Erfolgsbilanz bei. Diese PV-Strategie wurde bewusst vor rund 10 Jahren eingeschlagen und soll ebenfalls zur Energiestrategie 2050 des Bundes einen aktiven Beitrag leisten. Der Gemeinderat hat im Februar 2020 eine 2-tägige Klausurtagung abgehalten, bei der das Thema Energie und die Energiestrategie der Gemeinde für die Zukunft ein zentrales Thema waren. Es ist geplant, in den nächsten Monaten eine professionell geführte Energiekommission ins Leben zu rufen.

Wärmeverbund wird erweitert
An der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2020 wurden die Weichen für eine positive Weiterentwicklung des 20-jährigen Gemeindewerks Wärmeverbund Tägerwilen (WVB) beschlossen. Diese CO2-neutrale Energiegewinnung hat sich bewährt und wird nun in eine wirksame Zukunft geführt. Dazu wurden das zeitgemäss angepasste Reglement und die Investitionsrechnung Wärmeverbund mit dem Einbau eines neuen Wämespeichers für CHF 250‘000 und der Erschliessung des Gebietes Spulacker für CHF 430‘000 genehmigt. Dieser Ausbauschritt ist sensationell und darf als Tägerwiler Energiehighlight 2021 bezeichnet werden.
 
Wachstum hält an
Im vergangenen Jahr hat die Bevölkerung um rund 150 Personen auf ca. 4‘920 Einwohner zugenommen. Bleibt in Tägerwilen der Leerwohnungsbestand im Vergleich zu anderen Gemeinden und Städten weiterhin so klein, wird mit den geplanten oder sich im Bau befindenden Mehrfamilienhäusern spätestens im Jahre 2022 die 5000-er Grenze überschritten. Mit diesem Wachstum ist der Gemeinderat weiterhin gefordert, damit auch in Zukunft die Neuzuzüger*innen integriert werden und die Vereine von dieser Bevölkerungszunahme profitieren können. Am
19. September 2020 konnte mit geeigneten Massnahmen trotz Corona der Neuzuzügeranlass mit der bewährten Tischmesse durchgeführt werden. Das Wetterglück stand auf der Seite der Gemeinde und so konnte auch der Vorplatz als Präsentationsfläche einbezogen und die Abstände optimiert werden.


Coronapandemie
Bei vielen Rückblicken von anderen Gemeinden/Städten stand Corona im Zentrum. Ich verzichte bewusst darauf, auch wenn diese Thematik ernst genommen werden muss. Nebst dem Neuzuzügeranlass konnten auch die 1. Augustfeier sowie die beiden Gemeindeversammlungen im gewohnten Rahmen mit den geforderten Massnahmen durchgeführt werden. Sicher mussten auch bei uns Versammlungen und Sitzungen mit grösserer Teilnehmerzahl abgesagt oder verschoben werden. Dennoch ist für mich alles absagen und streichen keine Option. Ich bin zuversichtlich, dass auch 2021 die eine oder andere Veranstaltung mit den geeigneten Massnahmen durchgeführt werden kann. Wie sich die Situation für Grossveranstaltungen - zum Beispiel den Tägerwiler Märliumzug - entwickelt, liegt nicht im Entscheidungsbereich der Gemeinde.

Neues Sportplatzreglement
Im Zusammenhang mit der Sanierung der Sportanlage Tägermoos wurde ein Sportplatzreglement geschaffen, das der Souverän an der Gemeindeversammlung vom 11. August 2020 genehmigt hat. Wichtige Bereiche wie die Zusammensetzung der Sportplatzkommission und deren Aufgabenbereiche, die Zuständigkeiten des Gemeinderates, der Umgang mit dem Clublokal sowie die Benützung der Anlage sind nun klar geregelt.

Hauptstrasse erhält eine Mittelzone
An der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2019 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Kreditbegehren für die Sanierung und Aufwertung der Hauptstrasse genehmigt. Charakteristisches und prägendes Gestaltungselement bildet dabei die geplante zwei Meter breite Mittelzone im Abschnitt zwischen Rick- und Meierhofstrasse. Dieser Mittelstreifen wird durch zwei in die Fahrbahn eingelassene Granitstreifen niveaugleich eingefasst und gliedert so optisch geschickt die Fahrbahn in zwei einzelne Fahrspuren von 3.50 m Breite - ähnlich dem heutigen Inselbereich beim Restaurant/Hotel Linde. Die Fussgänger profitieren von einer gesteigerten Aufenthaltsqualität und optimierten Fussgängerstreifen mit Mittelinseln. Das Ortsbild im Zentrumsabschnitt erfährt eine klare Aufwertung und das Geschwindigkeitsverhalten aller Verkehrsteilnehmer wird positiv beeinflusst. Die Arbeiten für die Werkleitungssanierungen sind abgeschlossen. Die Sanierungsarbeiten für die Aufwertung starten im Frühling 2021. Der genaue Zeitpunkt wird noch in der Tägerwiler Post publiziert.

Mehrzweckhalle Tägerwilen
Der Gemeinderat hat noch Ende 2019 eine 13-köpfige Arbeitsgruppe eingesetzt, welche die Phase des Raumprogrammes und der Machbarkeitsstudie begleitet. Ueli Wepfer, Büro Plankultur aus Frauenfeld, hat den Auftrag für diese Prozessphase erhalten. Im August 2020 wurde beim Amt für Raumentwicklung ein Vorprojekt mit Planungsbericht für eine Teileinzonung der Parzelle Nr. 356 beantragt. Im November 2020 musste noch eine Beilage zur Interessenabwägung der Fruchtfolgeflächen nachgereicht werden. Der Einzonungsentscheid soll im Verlaufe der ersten Monate 2021 gefällt werden. Wenn alles planmässig verläuft wird in diesem Jahr eine Baukommission eingesetzt und ein Wettbewerbsverfahren für 2022 vorbereitet. Es ist denkbar, dass 2023 eine Urnenabstimmung für dieses Grossprojekt durchgeführt werden kann.

Informations- und Diskussionsversammlung am 20. April
Im Hinblick auf die Gemeindeversammlung vom 25. Mai findet am 20. April eine Informations- und Diskussionsversammlung statt. Es stehen wichtige Geschäfte wie das Kreditbegehren für das neue Reservoir Gruebhalde und das Reglement über das Landkreditkonto an. Gleichzeitig soll an diesem Abend über den aktuellen Stand zum Projekt Mehrzweckhalle informiert werden.

Markus Thalmann, Gemeindepräsident