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Rubrik: News

Rück- und Ausblick

Rekordbeteiligung an der Gemeindeversammlung

Neue Gemeindeordnung mit Urnenabstimmung, Initiativrecht und geändertem Einbürgerungsverfahren

Wer hätte das gedacht, dass nach der Rekordbeteiligung vom 5. Dezember 2017 mit damals 247 Stimmberechtigten bereits ein Jahr später ein noch nie oder zumindest seit Jahrzehnten nicht mehr da gewesener Rekordaufmarsch von 354 Stimmberechtigten und über 20 Gästen die Bürgerhalle aufsucht und das erst noch bei schlechtem Wetter. Sicher hat der Antrag von Miriam Löffel „alle Geschäfte vor die Urne“ zu dieser Rekordbeteiligung beigetragen. Mit 235 Nein zu 115 Ja sowie 2 leeren und 2 ungültigen Stimmzetteln wurde dieser Antrag in einer geheimen Abstimmung abgelehnt.

Die nun vorliegende, mit wenigen Gegenstimmen genehmigte Gemeindeordnung – die Genehmigung des Kantons ist noch ausstehend – hat wesentliche Neuerungen erhalten. Einzelne Geschäfte wie Änderungen im Gemeindegebiet, Änderung der Gemeindeordnung, Initiativbegehren und Kredite ab 2 Millionen Franken werden zukünftig an der Urne entschieden. Erlass, Änderung und Aufhebung von Zonenplan, Baureglement und von allen weiteren allgemein verbindlichen Gemeindereglementen, Budgets, Steuerfuss und Jahresrechnungen sowie Kreditbegehren von höchstens 2 Millionen werden auch zukünftig an den Gemeindeversammlungen behandelt.

Neu kann die Gemeindeversammlung einzelne traktandierte Geschäfte vor der Beschlussfassung einer Urnenabstimmung unterstellen, wenn 1/3 der Stimmenden dies verlangt.

Man kann nun auch ein Initiativbegehren einreichen. Dazu müssen 10% der Stimmberechtigten unterschreiben, heute wären rund 240 gültige Unterschriften notwendig.  

Einbürgerungsgesuche werden neu nicht mehr der Gemeindeversammlung unterbreitet, dafür werden die Gesuche mit einer Rechtsmittelmöglichkeit während 20 Tagen öffentlich aufgelegt.

6 Jahre Ärzte am Pflanzberg

Am 3. Januar 2013, also vor gut 6 Jahren wurde die Gemeinschaftspraxis Ärzte am Pflanzberg mit sechs Ärztinnen und Ärzten in Betrieb genommen. Dr. Thomas Schneider und Dr. Urs Roth, beide aus Tägerwilen sowie Dr. Adrian Hermann aus Ermatingen haben das Zentrum mit dem Ziel, ihre Nachfolge und damit die medizinische Betreuung ihrer Patientinnen und Patienten langfristig sicherzustellen, gegründet. Dieses Ziel ist inzwischen mehr als erreicht und die Grundversorgung für die Region Tägerwilen unter einem Dach vereint. Damit ist auch der Grundstein für einen erfolgreichen Generationenwechsel gelegt. Dr. Urs Roth hat sich in den Ruhestand verabschiedet, seine beiden Gründerkollegen haben ihre Pensen reduziert. Bereits 4 Jahre nach der Eröffnung musste ein Erweiterungsbau geplant werden, da die räumlichen Gegebenheiten für die Anzahl Ärzte und Patienten nicht mehr genügten. In etwas mehr als einem halben Jahr waren die neuen Räumlichkeiten im Obergeschoss bezugsbereit.

Dr. Rolf Seger hat seine Tätigkeit Ende April 2018 in seiner eigenen Praxis als Facharzt beendet. Sein Nachfolger, Dipl. Arzt Daniel Sandner, hat seine Tätigkeit ebenfalls im Ärztezentrum aufgenommen. Heute umfasst das Team 10 Ärztinnen und Ärzte aus den Bereichen Allgemeine – und Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin sowie Nephrologie. Zusammen mit 12 Praxisassistentinnen, 3 Auszubildenden und einer Buchhalterin hat sich die Gemeinschaftspraxis zu einem unverzichtbaren KMU entwickelt. Dieses Ärztezentrum ist ein wichtiger Mosaikstein für die Standortattraktivität unserer Gemeinde und sichert langfristig die medizinische Grundversorgung.

Blitzlichter zum vergangenen Jahr

Die Bevölkerung hat um ca. 40 Personen auf rund 4‘640 Einwohner zugenommen. Die GDELS-Mowag GmbH hat die beiden neuen Hallen an der Industriestrasse im November in Betrieb genommen. Einige Mitarbeiter/innen wechselten ihren Arbeitsplatz von Kreuzlingen nach Tägerwilen. Es entstehen viele zusätzliche Arbeitsplätze. So werden im Verlaufe dieses Jahres ca. 250 Personen am Tägerwiler Standort beschäftigt. Der Hauptsitz mit heute rund 600 Mitarbeitenden bleibt weiterhin in Kreuzlingen.

Die Bauarbeiten der Wohnüberbauung am Panoramaweg (ehemaliges Galliareal Richtung Ermatingen) mit etwa 90 Wohneinheiten sind gestartet. Der Wohnungsverkauf ist weit fortgeschritten. Es entstehen aber auch zahlreiche Mietwohnungen, von denen ebenfalls schon einzelne reserviert sind. Erste Wohnungen werden im Herbst 2019 bezugsbereit.

Im vergangenen Jahr wurden rund 80 Baubewilligungen erteilt. Gesamthaft sind ca. 170 Wohnungen und 8 Häuser im Bau oder bewilligt.

Die Arbeiten an der Castellstrasse konnten erfolgreich abgeschlossen werden.

Die neue Linienführung der Busverbindung nach Kreuzlingen ist in Betrieb genommen worden, aber noch gewöhnungsbedürftig und verbesserungswürdig.

Blitzlichter für das bevorstehende Jahr

Der neue Firmensitz der Firma Schwihag AG, die zu den grössten Arbeitgebern unseres Dorfes zählt, wird im Frühling 2019 bezogen und ersetzt mehrere dezentrale Standorte.

Im Zusammenhang mit dem Agglomerationsprogramm Kreuzlingen-Konstanz erfolgt nun in den nächsten Wochen der Ausbau des bestehenden sehr schmalen Radweges entlang der Konstanzerstrasse auf eine Breite von 3.5m.

Die Werkleitungssanierung in der Hauptstrasse Ost wird bald fortgesetzt und dann erfolgt der Ausbau aller Fussgängerübergänge sowie die Sanierung der nördlichen Strassenhälfte. Die Planung für die Werkleitungssanierung und Aufwertung der Hauptstrasse West (Lindenstrasse bis Hertlerkreisel) ist weit fortgeschritten. Am Dienstag, 19. Februar 2019 findet dazu um 20 Uhr in der Bürgerhalle eine Informationsveranstaltung statt. Es ist geplant, dem Souverän an der Gemeindeversammlung vom 28. Mai 2019 zwei Kreditbegehren (Sanierung und Aufwertung) zu unterbreiten.

Die Naturgefahrenkarte muss in den Zonenplan integriert werden. Weitere Informationen folgen zum gegebenen Zeitpunkt in der Täpo. Die Arbeiten am generellen Entwässerungsplan (GEP) sind angelaufen und werden uns bis Ende 2021 beschäftigen.

Sanierung Sportanlage Tägermoos

Der Gemeinderat befasst sich seit mehr als einem Jahr mit der dringend notwendigen Sanierung der Sportanlage Tägermoos. Nebst dem Umbau des südlichen Fussballplatzes in einen unverfüllten Kunstrasenplatz sowie der Sanierung des nördlichen Spielfeldes wird nun noch eine Variante mit einem Umbau der gesamten Anlage, also inkusiv Trainingsplätzen, in einen ganzjährig benutzbaren Naturrrasenplatz geprüft. Der Entscheid, welcher Weg eingeschlagen wird, fällt voraussichtlich bis Ende März 2019. Von zentraler Bedeutung ist, bei welcher Variante erhält der FC Tägerwilen mit rund 450 aktiven Spielern und 17 Mannschaften die beste Trainingsbedingungen. Die heute zur Verfügung stehende Fläche kann nicht erweitert werden und so soll mit diesem Ausmass der Anlage die optimalste Lösung gefunden werden. Je nach Kredithöhe folgt eine Urnenabstimmung oder eine Vorlage an der Gemeindeversammlung vom 28. Mai 2019.

Kinder- und Jugendzentrum

Wie bereits bekannt soll der bald 30-jährige ehemalige Schulpavillon, der seit mehr als 10 Jahren als Kinder- und Jugendzentrum dient, durch einen Neubau mit grosser Tiefgarage unter dem gesamten Schotterrasen ersetzt werden. Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Volksschul- und Kirchgemeinde sowie der Politischen Gemeinde hat im vergangenen Jahr ein Raumprogramm erarbeitet, das nebst den heutigen Räumlichkeiten zwei Kindergärten, einen zusätzlichen Raum für den Spielgruppenverein und einen grossen multifunktionalen Gemeinschaftsraum vorsieht. Eine Machbarkeitsstudie hat die Realisierungsmöglichkeit aufgezeigt und dient auch als Hilfe zur Erarbeitung der Wettbewerbsgrundlagen. Als nächster Schritt wird eine Baukommission eingesetzt und ein Wettbewerb auf Basis eines Planerevaluationsverfahrens in Angriff genommen. Im Spätherbst soll das Siegerprojekt feststehen und im Rahmen eines Informationsanlasses der Bevölkerung vorgestellt werden. Dann folgt die Aufbereitungsphase zur Rahmenkreditermittlung und die Botschaftserarbeitung. Im Herbst 2020 wird der Souverän an der Urne einen Entscheid fällen. Bei positivem Ausgang kann im Sommer 2023 mit dem Bezug gerechnet werden.

Markus Thalmann, Gemeindepräsident Tägerwilen

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